Mit Bus und Bahn ins Batteriewerk

 
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Aktuelles / 04.07.2018  

Accumotive, der VVO und die Stadt Kamenz arbeiten an einer attraktiveren Anbindung. Seit 1. Juli gibt es ein Jobticket.

 

Kamenz. Die Lessingstadt Kamenz, der Verkehrsverbund Oberelbe und die Daimler-Tochter Accumotive machen sich gemeinsam stark für eine umweltfreundliche Verkehrsanbindung des im Ausbau befindlichen zweiten Batteriewerks in Kamenz. Dies ist das Ergebnis eines Treffens am Dienstagnachmittag im Gewerbegebiet am Ochsenberg. Hier entsteht auf etwa 120 000 Quadratmetern eine der modernsten und größten Lithium-Ionen-Batteriefabriken in der internationalen Automobilindustrie. Mit der Erweiterung des Werks wird auf hocheffiziente Nachhaltigkeit gesetzt: Eine Photovoltaikanlage, ein Blockheizkraftwerk und eine Geothermieanlage werden die Produktion mit Energie und Wärme versorgen. Da ist es nur folgerichtig, dass auch eine möglichst umweltfreundliche und nachhaltige Verkehrsanbindung des Werks angestrebt wird.

Ein erster Schritt auf diesem Weg ist das Angebot eines Jobtickets für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Accumotive in Kamenz. Damit kann seit dem 1. Juli eine preiswertere Mobilität im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr im gesamten Verkehrsverbund Oberelbe genutzt werden. Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO): „Das Jobticket unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen Accumotive, den Kommunen und dem Nahverkehr in der Region. Accumotive kooperiert für das Jobticket-Angebot mit unserem lokalen Partner, der Regionalbus Oberlausitz GmbH.“

Seitensteiger im Blick

Als zweiten Schritt streben die Stadt, die Daimler-Tochter Accumotive und der Verkehrsverbund eine noch bessere Verkehrsanbindung der Accumotive mit erhöhter Taktung an den Regional- und Nahverkehr an. „Wir unterstützen die umweltfreundliche Verkehrserschließung des Werks mit allen Kräften. Wenn die wachsende Zahl an Mitarbeitern für den Arbeitsweg Bus und Bahn nutzt, ist das nicht nur gut für das Klima, sondern sorgt auch für eine Entlastung des inner- und außerstädtischen Verkehrs“, so Roland Dantz. Der Oberbürgermeister der Stadt war demonstrativ mit dem E-Smart der Stadt zum Termin am Ochsenberg vorgefahren.

 

„Wir bauen den Standort massiv aus und wollen allein in diesem Jahr rund 450 Mitarbeiter einstellen“, so Antje Römer-Graf, Personalleiterin des Werks. Schon zum Jahresende werden in Kamenz mehr als 1 000 Mitarbeiter maßgeblich das Zukunftsthema Elektromobilität vorantreiben. Allein zum 1. Juli wurden 98 Leute neu eingestellt. Dabei setzte der Betrieb auch auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, was die Ausbildung von Seiteneinsteigern betrifft.

 

Insgesamt stehe man im Wettbewerb mit vielen Betrieben gerade auch im Dresdner Raum. „Eine gute öffentliche Verkehrsanbindung ist sehr wichtig, um Pendlern aus Dresden, aber auch aus Bautzen und Hoyerswerda oder aus der weiteren Umgebung eine schnelle, umweltfreundliche Alternative zur Anfahrt mit dem Pkw anbieten zu können“, unterstreicht Antje Römer-Graf die Bedeutung des gemeinsamen Bestrebens um eine gute Verkehrsanbindung. Möglicherweise, so Roland Dantz, könnte ein Halbstundentakt von Dresden nach Kamenz und zurück angestrebt werden. Seitens der Mitarbeiter der Accumotive wäre das Interesse daran groß, bestätigt die Personalchefin.

 

Erschienen am 04.07.2018 in der Sächsischen Zeitung. Foto: Matthias Schumann (c)